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Arbeit, soziales

Aus Saarland-Lexikon

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Arbeiten und Schaffen

Im Saarland benutzt man den Begriff "schaffen". Das klingt nach hohem körperlichem Einsatz und entspricht der Prägung des Landes durch die Schwerindustrie. Auch bei der Substantivierung gibt es Unterschiede: ein "Arbeiter" ist jemand, der mit körperlicher Arbeit seinen Lebensunterschalt verdient, während "Schaffer" ein Kompliment ist für jemanden, der zu arbeiten weiss: "Das is vielleicht e Schaffer!" Wobei das Wort "vielleicht" nicht das Geringste mit Zweifel zu tun hat. Es hat eher die Bedeutung von "Donnerwetter!" oder "Menschenskind!"

Im Hochdeutschen gibt es das Wort "schaffen" ebenfalls. Doch dort ist es kreativer Tätigkeit vorbehalten: Der Architekt des Saarbrücker Schlosses hat etwas wertvolles für die saarländische Landeshauptstadt geschaffen. Und der liebe Gott? Der hat die Welt nicht "erarbeitet". Er hat sie "erschaffen". Die von Dürer geschaffenen "Betenden Hände" sind "verschafft", die Landesregierung will den Bergbau "abschaffen", und der noch in Arbeit stehende Bergmann ist nach der Schicht ganz schön "geschafft". Wobei "ganz schön" nicht wörtlich zu verstehen ist, sondern innersprachlich mit "sehr" zu übersetzen ist.

Im Saarland unterstellt man, wenn man von der Sprache ausgeht, jeder Arbeit Kreativität. Und man schafft nicht "bei" einem Unternehmen oder einer Behörde, sondern obendrauf: Man schafft sogar "of" de Grub, selbst wenn man 700 Meter unter der Erde im Kohlenabbau tätig ist. "Ähs" schafft "of" der Regierung. Allerdings gibt es eine Ausnahme: Ab einem gewissen Alter schafft man im Saarland "an" de Pension.

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