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Bergwerksdirektion

Aus Saarland-Lexikon

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Die Bergwerksdirektion in Saarbrücken ist das Zentrale Verwaltungsgebäude der Saar-Gruben, die sich im Besitz des Preußischen Staates befanden.

Das Gebäude der Bergwerks-Direktion wurde zwischen 1877 und 1880 nach Plänen des Berliner Architekten Martin Gropius errichtet. Die Saarbrücker Bergwerks-Direktion steht an einer urbanistisch sensiblen Stelle, an der Gabelung zweier Straßen, der Reichsstraße und der Trierer Straße mit Ausrichtung auf die Bahnhofstraße.

Die Fassade des Gebäudes besteht aus rotem und gelbem Sandstein-Mauerwerk, das ursprünglich keinen hellen Anstrich aufwies wie heute, sondern einen Natursteincharakter besaß. Die drei Geschosse sind durch Gesimse horizontal gegliedert. Die Ecken, Fenster und Portale sind mit Quadern gerahmt. Ein stark vortretendes, von Konsolen getragenes Abschlussgesims schließt den Bau nach oben ab.

Der Eingang besteht aus drei offenen Arkaden, auf die im zweiten Obergeschoß eine offene Loggia mit vorspringendem Balkon aufgesetzt ist; auf dessen Brüstung prangt der Schriftzug „Glück auf!“. Zwischen den Öffnungen stehen auf Konsolen die überlebensgroßen Statuen eines Bergmanns und eines Hüttenarbeiters. Es handelt sich um frühe Beispiele von monumentalen Arbeiter-Standbildern. Bis dahin waren solche Fassadenfiguren Heiligen, Fürsten, Feldherren oder Künstlern vorbehalten.

Im Innern stellt das gusseiserne Treppenhaus einen besonderen Glanzpunkt dar. Es leitet sich von Ideen des Berliner Architekten Karl Friedrich Schinkel (1781-1841) her. Das Treppenhaus stellt eine einmalige architektonische Kostbarkeit dar. Die freitragende über drei Geschosse führende leichte Konstruktion weist feine Ornamente im antiken Stil auf. Die Fußböden in den verschiedenen Geschossen der Treppe bestehen aus gemusterten farbigen Mettlacher Keramikplättchen von Villeroy & Boch. Denkmalwert besitzen auch die farbigen Glasfenster des Treppenhauses von dem Neunkircher Glasmaler Ferdinand Selgrad. Neben der Teppe verdient auch der ebenfalls erhaltene und Festsaal im zweiten Obergeschoß des Baus besondere Beachtung.

2008 wurde nach einem langem und intensiven öffentlichen Streit auf Beschluss einer Mehrheit (CDU/FDP) des Saarbrücker Stadtrates die Bergwerksdirektion an einen privaten Investor (ECE-Projekt-Management GmbH) verkauft. Der Bau soll gemeinsam mit der Saar-Galerie zu einem neuen Groß-Einkaufscenter umgebaut werden. Die Bergwerksdirektion wird total entkernt, nur die Außenfassade, die gusseiserne Treppe, die Fußböden und der Festsaal müssen als Auflage der Denkmalschutzbehörde erhalten bleiben.

Mit der baulichen Entstellung der Bergwerksdirektion Saarbrücken verliert das Saarland die Substanz eines der wichtigsten Zeugnisse seiner frühen Industriekultur.

Quelle:
Vortrag Prof. Dr. Klaus Güthlein, Universität des Saarlandes

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