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Faschingsveranstaltungen im Saarland

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Fastnachtstradition

Rollentausch und Sinneslust sind seit 5000 Jahren die beiden zentralen Begriffe der Fastnacht. Zeitlicher Ausgangspunkt war und ist immer der Winter. In früheren Zeiten war er nicht nur durch das rauhe Klima geprägt, sondern auch durch den Mangel an Lebensmitteln. In zahlreichen Ritualen und Festen bekämpfte man ihn von Mitte Dezember an, um sich später über den Frühling zu freuen. Ein typisches Überbleibsel dafür ist die alemannische Fastnacht, die für das Saarland allerdings keine Rolle spielte. Die Fastnacht im Saarland hat ihre Wurzeln im Rheinischen Karneval, und die gehen letztlich zurück auf die Babylonier.

Vor 5000 Jahren feierten sie ein Frühlingsfest, bei dem der Rollentausch (nur so zum Spass) die gesamte gesellschaftliche Hierarchie auf den Kopf stellte. Man fand eine Inschrift mit folgendem Text: Die Sklavin ist der Herrin gleichgestellt, und der Sklave an seines Herren Seite. Der Mächtige und der Niedere sind gleich geachtet. Die Ägypter feierten den herannahenden Frühling zu Ehren der Göttin Iris, die Griechen lobten dabei Dionysos, und die Römer ehrten Saturn. Immer wurde getrunken und reichlich verzehrt. Bei den Römern gab es auch Umzüge mit Maskierten, und aus den Wagen warf man Blütenblätter, die Vorläufer des Konfettis.

Gegen Ende des Winters wurden auch im Mittelalter die Lebensmittel knapp. Die Christen ritualisierten die Hungerphase und schufen die Fastenzeit. Davor, in der Nacht vorm Fasten, durfte man noch einmal (versteckt hinter Masken) auf den Putz hauen. Weil die Reformation die Fastenzeit abschaffte, entstand eine enge Verbindung zwischen Katholizismus und Karneval. Die heutige Form der Fastnacht gibt es abe erst seit etwas mehr als 200 Jahren im Rheinland.

Napoleonische Truppen hatten nach der Französischen Revolution das linke Rheinufer (also auch das Gebiet des heutigen Saarlandes) zu französischen Départements gemacht und ganz neue revolutionäre und demokratische Sitten eingeführt, die vor allem von den Rheinländern verulkt wurden. Diese machten ihre eigene Revolution (Erstürmung der Rathäuser), führten die freie Rede ein (Büttenrede) und verkleideten sich als französische Soldaten (Garden).

Die Franzosen pinselten in Köln die Anfangsbuchstaben ihrer Revolutionsparole Egalitée, Libertée und Fraternitée an die Häuser, und die Kölner riefen sie als die Zahl Elf bei ihren Umzügen. Die Besatzung war damit nicht einverstanden. Also machte man in Cologne aus Elf den Ruf Alaaf. Der Elferrat auf der Bühne aber blieb, ebenso der Beginn der Fastnacht am 11.11. Ähnliche Erscheinungsformen gab es auch in Mainz und Düsseldorf, und in den anderen linksheinischen Städten und Dörfern ahmte man die Kölner nach. Von daher ist es schon fast symbolisch, dass das saarländische Volks- und Karnevalslied "Mir hann gespielt am liebschde nur im Dreck" nach dem Ersten Weltkrieg von einem Lied des Kölner Karnevals abgekupfert wurde.

Faschingsumzüge im Saarland

Fasching im Saarland

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