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Französisch geprägte Substantive

Aus Saarland-Lexikon

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Fisematente

Wenn im Saarland jemand Fisemetente macht, dann bewegt er sich ausserhalb der Norm. Er macht Dinge, die man einfach nicht macht: Blödsinn und Schwierigkeiten. Der Ausdruck kommt aus der Zeit der napoleonischen Besatzung, als das Saarland ein eigenes französisches Département mit dem Namen "Sarre" war. Die französischen Soldaten lebten in Zelten, und bisweilen kam es zu Kontakten zwischen ihnen und der jüngeren weiblichen Bevölkerung. Manches Mädchen besuchte (frz. visiter) die Zelte (frz. tente) der Franzosen. Diese forderten sie sogar auf: "Visite ma tente!", saarländisch: "Fisematente". Mit der Zeit blieb man bei der deutschen Aussprache und man verallgemeinerte den Begriff.

Orwese

Im "Alt-Saarländischen" bedeutet das Wort soviel wie "Überreste". Die müssen aufgegessen werden. Fertig! - Abgeleitet ist das Wort von dem französischen Ausdruck "Hors vaisselle" (ausserhalb des Geschirrs). Dazu zählen Lebensmittel, die neben dem Teller liegen, etwa Brot, aber auch die Reste, die nach dem Essen zurückbleiben.

Dazu ein Traditionswitz aus dem Saarland: Ein Bauer hat drei Töchter. Nun kommt ein Freier und möchte die jüngste heiraten. Der Bauer ist entsetzt: "Nix do, do werd vorneweg geheirat. Orwese werre net gemacht."

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