Gebischeldes

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Hochdeutsch: "Gebügeltes". (Proleten Cordon-bleu)

Das traditionelle Bügeleisen (wie man es von Flohmärkten her kennt) spielt dabei ein wichtige Rolle.

Man nehme zwei große Scheiben frisches Kornbrot, bestreiche sie mit Schmalz. Dann belege man sie mit dünnen Zwiebelscheiben und kleinen Knoblauchwürfeln. Man würze sie mit Pfeffer, Salz und Maggi, klappe sie zusammen und wickele sie ein in Pergamentpapier. Darauf kommen - zum Beschweren - zwei (ererbte oder auf dem Flohmarkt erstandene) schwere Bügeleisen. Das Ganze lasse man 24 Stunden ruhen. Danach schneidet man daraus "Geissjer" bzw. "Reidascha" (hochdeutsch: Reiterchen) und serviere sie zu Bier.

Varianten:

Das "gebischelte" Brot nach dem Marinieren auf beiden Seiten braten und auskühlen lassen.

Provence-Fassung:

Statt Schmalz nehme man Oliven-Öl. Zusätzlich sehr dünne Tomatenscheiben und Paprika-Ringe. Gewürze aus der Provence: Thymian, Rosmarin, Salbei usw. (im Notfall aus dem Gewürzglas). Das passende Getränk dazu: gekühlter Rosé (allerdings nur im Sommer, ansonsten Rouge).

Die Philosophie des Gerichts:

Normalerweise ist es das Wesen des (flüssigen) Aperos, den Magen für die kulinarische "Hardware" zu öffnen. Beim "Gebischelten" ist es umgekehrt: Das Essen fördert den Durst. Der saarländische "Anti-Apero" hat seine Wurzeln bei den Beschäftigten der Schwerindustrie.