Grumbeerkieschelscher

Aus Saarland-Lexikon
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Inhaltsverzeichnis

Name

Der saarländische Begriff bedeutet: Kleine Kuchen aus Kartoffeln. Die Rheinländer essen "Rievkooche" und betonen dadurch den Herstellungsprozess: das Reiben der Kartoffeln. In manchen Gegenden verniedlicht man den Kuchen und spricht von Kartoffelplätzchen. Den Ausdruck Kartoffelpuffer karikiert man bisweilen im Saarland, indem man ihn ins Französische äusserst frei übersetzt in "Pommes Bordell".

Rezept

Zubereitung (für 4 Personen)

12 große Kartoffeln (geht auch mit Grumbeere), 3 mittelgroße Zwiebeln, 8 Esslöffel Mehl, 2 Eier, Öl, Pfeffer und Salz

Kartoffeln reiben, gewürfelte Zwiebeln und Eier dazu, mit viel Salz und wenig Pfeffer würzen. Mit Mehl bestäuben, dass die Kartoffelmasse gerade mal dünn bedeckt ist. Alles miteinander verrühren. Portionsweise Reibekuchen ausbacken. Sie müssen im Öl schwimmen. Auf einem Kuchengutter oder auf Küchenkrepp abtropfen lassen.

Als Mahlzeit

Es gibt drei klassische Möglichkeiten:

1. Sie werden auf einem gesonderten Teller zur Gemüsesuppe serviert.

2. Man isst sie mit Apfelmus, "dehemm" oder an einem Stand beim Saarbrücker Altstadtfest.

3. Man isst sie als Beilage zu einer edlen Vorspeise, etwa mit Lachs oder Kaviar.

Als Schinken

Historisch interessant sind Kartoffelpuffer als "Bergmannsschinken". Die Bergleute aus dem Süden des heutigen Saarlandes assen sie auf dem Schichtenbrot, während ihre Kollegen aus dem Nordsaarland, die Bergmanns-Bauern, sich echten Schinken leisten konnten.

In der Kultur

Es gibt einen Schlager in saarländischer Mundart, gesungen von Anne Karin und Schorsch Seitz (Text: Gerhard Bungert und Wolfgang Winkler) mit dem Titel "Grumbeerkieschelscher, die gebbd´s bei uns dehemm".

Externe Links

Der Blog zum Thema Grumbeerkiechelscher

Literatur

Claudia Lehnert: Aus Dibbe & Pann, Rezepte der traditionellen saarl. Küche, Lehnert Verlag, Claudia & Charly Lehnert: Dibbelabbes, Das saarländische Grumbeerbuch, Lehnert Verlag, Charly Lehnert: Hauptsach - gudd gess, Rezepte der sarländischen Küche für Gourmets, Lehnert Verlag [1]