Hasenbrot

Aus Saarland-Lexikon
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Inzwischen ist es aus der Mode gekommen. Aber in den "schlechten Zeiten", in der Kriegs- und Nachkriegszeit, war es bei den Kindern beliebt. Wenn der Vater von der Arbeit nach Hause kam, da hatte er meistens ein Schichtenbrot für die Kinder übrig. Wobei man auch bedenken muss, dass nicht immer die Ehefrau das Schichtenbrot schmierte. Die Bergleute erhielten zum Beispiel in den "schlechten Zeiten" ihr Schichtenbrot "of de Grub". Denn sie mussten ja schwer arbeiten, und alle Welt wusste: "Wer schwer schafft, der muss aach gudd esse."

Welcher Vater hätte sein Schichtenbrot gegessen und dabei die Kinder vergessen? - Also profitierten die Kinder von dem "Schichtenbrot". Der Vater brachte aber nicht nur Kulinarisches mit nach Hause. Er erzählte... nein, er verzählte. Und dabei spielte der Hase eine besondere Rolle.

Damals hatte Meister Lampe nichts anderes zu tun, als den Arbeitern aufzulauern. Und jedem einzelnen gab er ein Hasenbrot mit für die Kinder. Davon berichtete der Vater - in wörtlicher Rede: "Mümmel, Mümmel", habe der Hase gesagt, "das Brot, Mümmel, Mümmel, ist für den kleinen Fredy. Und sag´ ihm, Mümmel, Mümmel, er soll in der Schule fleißiger sein!" Allerdings sprach der Mümmelmann kein Hochdeutsch, sondern saarländisch - ohne hochdeutschen Akzent.

Wahrscheinlich kommt daher auch die neu-saarländische Mode-Floskel "haasisch Gespräch". Gemeint ist damit "sozialer Lärm", also nichtssagende Phrasen. Der Redner hätte auch "mümmeln" können. Der Informationswert wäre der gleiche.