Helene Demuth
Aus Saarland-Lexikon
Helene Demuth war die Haushälterin von Karl Marx und Mutter eines gemeinsamen Sohns mit Karl Marx.
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Kontakt zur Familie Marx
Am 31. Dezember 1820, nachts um 1.00 Uhr, wurde Helene Demuth als fünftes von sieben Kindern in St. Wendel geboren. Bereits im Alter von 17 Jahren "diente" sie im Haus des Regierungsrates Johann Ludwig von Westfalen in Trier. Dessen Tochter Jenny heiratete 1843 den 1818 geborenen, aus Trier stammenden, politisch engagierten Journalisten Dr. Karl Marx. Der flüchtete zuerst nach Frankreich, dann nach Belgien und schließlich nach England, wo er 1883 starb und begraben wurde. Jennys Mutter unterstützte die junge Familie, indem sie Helene (Lenchen) Demuth zu ihr schickte, um ihr bei der Bewältigung des Alltags behilflich zu sein.
Bedeutung für die Familie
"Sie war der praktische Hausgeist, der sich in den schwierigsten Lebenslagen zurechtfinden wusste. Ihrem Ordnungssinn, ihrer Sparsamkeit, ihrem Geschick ist es zu verdanken, daß die Familie wenigstens das Allernötigste nie zu entbehren hatte. Sie verstand alles: sie kochte und besorgte das Hauswesen, sie kleidete die Kinder an und schnitt die Kleidungsstücke zu, welche sie zusammen mit Frau Marx nähte. Sie war gleichzeitig Wirtschafterin und Majordomus des Hauses, das sie leitete. Die Kinder liebten sie wie eine Mutter, und sie besaß über diese eine mütterliche Autorität, weil sie eine mütterliche Zuneigung für sie empfand. Frau Marx betrachtete Helene wie eine intime Freundin, und Marx hegte für sie eine besondere Freundschaft; er spielte Schach mit ihr, und es geschah oft, daß er die Partie verlor." (Heinz Monz: Lenchen Demuth, in: Heimatbuch der Stadt St. Wendel.) Auf Wunsch der Familie Marx wurde sie nach ihrem Tod im am 4. November 1890 auf dem Highgate-Friedhof in London im Familiengrab beigesetzt - zusammen mit Karl und Jenny Marx und deren Enkel Harry Longuet, der im Alter von 4 Jahren verstarb.
Die Sache mit dem Kind
Am 23. Juni 1851 brachte Lenchen Demuth einen Sohn zur Welt. Sein Name: Henry Frederick. Ein Vater ist in der Geburtsurkunde nicht angegeben. Friedrich Engels hat die Vaterschaft anerkannt, aber es kann auf Grund eines Briefes von Louise Kautzky-Freiberge, einer späteren Sekretärin von Friedrich Engels, angenommen werden, dass Karl Marx der Vater war. Darin heisst es: "Dass Freddy Demuth Marx' Sohn ist, weiß ich von General selbst ("General" war der Spitzname von Friedrich Engels).
Literatur
Stefan Großmann veröffentlichte 1925 eine Kurzgeschichte über Lenchen Demuth und Ludwig Harig schrieb über sie ein Gedicht, in dem es u.a. über Karl Marx hieß:
"Als Dienstmagd holte aus St. Wendel
er Lenchen Demuth sich ins Haus.
Urplötzlich wurde ein Getändel
und beinah ein Skandal daraus.
Ach, liebes braves Lenchen Demuth,
dein Los erfüllt auch mich mit Wehmut."
Der Saarländische Rundfunk sendete am 13.3.1983 ein von Gerhard Bungert und Marlene Grund geschriebenes Hörspiel über "Lenchen Demuth".
Die Kurzgeschichte, das Gedicht und das Hörspiel sind abgedruckt in: Gerhard Bungert und Marlene Grund (Hrsg.): Karl Marx, Lenchen Demuth und die Saar, mit Beiträgen von Karl Handfest, Heinz Monz, Stefan Großmann, Marlene Grund, Gerhard Bungert, Ludwig Harig, Dillingen 1983
