Herzdrickerte

Aus Saarland-Lexikon
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1 1/2 Pfd. Pellkartoffeln reiben, 2 Pfd. rohe Kartoffeln in Wasser reiben und durch ein Tuch drücken, beides mischen; etwas Salz, eine feingehackte Zwiebel, 1/4 Pfd. Gries hinzufügen; ein Stück Teig flach auf die Hand legen, geröstete Brötchenwürfel darauf, rund zuformen, in Salzwasser abkochen. Oder ungefüllt länglich formen wie gelbe Rüben und ebenfalls in Salzwasser kochen - wie Hoorische.

Das Rezept stammt aus einem Sulzbacher Kriegskochbuch mit dem Titel "Krieg und Küche" (1915). Die verkürzte Fassung ist abgedruckt in Gerhard Bungert (Hrsg.): Typisch Saarländisch, S. 69 ff.

Die Herkunft des Namens "Herzdrickerte" in nicht bekannt. Es bieten sich zwei Hypothesen an: 1. Ein solches Gericht lässt liebevolle Gefühle erzeugen. Man fühlt sich "ans Herz gedrückt". 2. Übermäßiger Verzehr kann zu gesundheitlichen Problemen führen, denn die Herzdrickerte drücken dann aufs Herz.

Herzdrickerte sind eine ideale Beilage für alle Fleischgerichte mit Soße, etwa Gulasch. Man kann sie auch mit Speckrahmsoße und Sauerkraut essen. Dazu ein trockener saarländischer Wein oder saarländisches Bier.