Kerschdscher

Aus Saarland-Lexikon
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Das Wort

Kerschdscher sind Bratkartoffeln. Im Saarland gebraucht man die Verkleinerungsform als eine Art der liebevollen Verehrung. Die etymologische Reihe beginnt bei der Kruste, die durch den heissen Kontakt des Kartoffelwürfels mit dem Fett entsteht. Dann gibt es einen "Dreher": Aus "Kruste" wird "Kurste". Das alles wird ebenso vornehm wie populär ins Saarländische transportiert. Dazu der saarländische Plural "scher", und aus Krüstchen werden Kerschdscher.

Bezug zum Saarland

Kartoffeln zählen zu den wertvollsten Lebensmitteln überhaupt. Da sie preiswert sind, waren sie auch bei den saarländischen Bergleuten und Hüttenarbeitern sehr populär. Sie lieferten Vitamine, man kellerte sie ein, es gab Kartoffelferien, sie füllten die Mägen und sie schmeckten auch gut. Die Bergleute machten sogar in den Schlafhäusern ihre Kerschdscher auf der "Brumms", und dazu gab es Lyoner und Bier. Gusseiserne Bräter passten sowohl zur Industrielandschaft wie zum kulinarischen Ambiente. Veredelungen waren Ehrensache: grobes Salz, jungen Lauch, feingehackte Zwiebeln, Dörrfleisch, Pfeffer und - als vorgezogene Ketchup-Alternative - Senf.

Bedeutung

Der Bexbacher Allround-Musiker Hugo Baschab schwärmt in einem seiner Lieder von "Saarländische Kerschdscher. Und dann reimt sich - schon fast programmatisch für den Umgang der Saarländer mit Kulinarischem - den Wort "Genuss" auf "Kuss". Sie sind und bleiben die alt-saarländische Alternative zu Pommes.