Klosterruine Wörschweiler

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Eingang zur Klosterruine Wörschweiler

Klosterruine Wörschweiler ist eine ehemalige Abtei der Zisterziensermönche im Saarland.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Das Kloster lag hoch über dem Bliestal beim heutigen Stadtteil Wörschweiler der Stadt Homburg im Saarpfalz-Kreis im Wald auf einem 370 m hohen Bergsporn oberhalb des Ortes. Die Lage auf einer Anhöhe ist untypisch für ein Zisterzienserkloster, aber auf die frühere Zugehörigkeit zum Benediktinerorden zurückzuführen.

Geschichte

Die Abtei wurde 1130 von Graf Friedrich I. von Saarwerden und seiner Gemahlin Gertrud in der Nähe der römischen Anlage Schwarzenacker als Benediktinerkloster gegründet und von Mönchen aus dem Kloster Hornbach unter einem Prior besiedelt. Schon 1171 lösten die Stifter des Klosters, die Grafen von Saarwerden, die Benediktiner ab und ersetzten diese durch Zisterzienser aus dem Zisterzienserkloster Villers-Bettnach in Lothringen. Aus dem Priorat wurde eine Abtei. Die Zisterzienser bauten die bescheidene Kirche der Benediktiner zu einer größeren romanischen Kirche aus. Ein Klosterhof befand sich in Münchwies.
Im Jahr 1558 wurde das Kloster durch den evangelisch gewordenen Herzog von Pfalz-Zweibrücken nach Niedergang im 15. und 16. Jahrhundert aufgehoben, jedoch wurden im Kloster Villers-Bettnach weiterhin Äbte für die Besitzungen des Klosters in Lothringen ernannt.
An einem Sonntag des Jahres 1614 ging die 500-jährige Klostergeschichte binnen weniger Stunden wegen der Unachtsamkeit eines Knechtes des Wirtschaftshofes, der die Schlangen ausräuchern wollte, in Flammen auf.
Die Wirtschaftsbauten wurden seit 1662 wieder benutzt. Freilegungsarbeiten fanden 1872 bis 1880 statt. Bei Ausgrabungen in den Jahren 1954 bis 1958 wurde die Kirche freigelegt.

Das Innere der Kirchenruine

Die Anlage entsprach der zwischen 1171 und 1235 errichteten dreischiffigen, gewölbten Kirche, einer Pfeilerbasilika aus Sandstein, weitgehend dem zisterziensischen Schema, zu dem ein Chor mit geradem Abschluss, ein Querhaus mit je zwei Seitenkapellen an der Ostseite und ein Schiff mit drei Jochen im Mittelschiff im gebundenen System mit spitzbogigen Rippengewölben auf kurzen Wandsäulen sowie Gratgewölben in den Seitenschiffen gehörten. Die Westfassade weist ein dreifach gestuftes Säulenportal und Reste einer großen Fensterrose auf. Die Kirche hatte eine im 14. Jahrhundert errichtete große quadratische Vorhalle mit Mittelsäule, die sich über das Mittelschiff und das nördliche Seitenschiff erstreckte. Die Klausur lag rechts von der Kirche. An der Südseite des Kreuzgangs lag ein auffällig kleines Brunnenhaus, das nicht von einer Quelle, sondern von einem Brunnen gespeist wurde. Der Kapitelsaal war durch zwei Säulen gegliedert.

Sehenswertes Baudenkmal

Klosterruine Wörschweiler

Wanderern, die sich auf die spirituelle Begegnung mit dem Kloster vorbereiten möchte, wird eine etwas längere Wanderung von Kirkel über den Saarland-Rundwanderweg zum Klosterberg empfohlen. Natürlich ist die Ruine auch schneller zu erreichen. Direkt von Wörschweiler aus führt neben der Klosterschenke ein Wanderweg steil bergauf zum Bergplateau.

Wahrscheinlich hatten schon die Kelten hier eine heilige Stätte, zumal unten im Tal wenige hundert Jahre später die gallorömische Bevölkerung in Schwarzenacker einen gewaltigen Tempelbezirk errichtete. Auf dem Bergrücken schreitet der Besucher durch das Portal der ehemaligen Klosterruine mit ihrer imposanten Architektur. Beim Durchstreifen der Überreste des ehemaligen Klosters wird die Dimension dieses sakralen Baues erfassbar. Eine eindrucksvolle Szenerie, die geradezu zur Stille und Einkehr auffordert. Neben der Pflege der Wissenschaft beschäftigten sich die Zisterzienser auch mit der Baukunst. So stammen die noch vorhandenen Mauerreste aus vielen Stilperioden. Den ältesten Teil der Abtei bilden die südlich von der Kirche gelegenen, im romanischen Stil erbauten Gebäude mit dem Kapitelsaal, dem Speisesaal und der Bibliothek. Die Grundmauern des unmittelbar an das südliche Seitenschiff anlehnenden Kreuzganges lassen dagegen auf Elemente der Hochgotik schließen, während wiederum im Atrium Bauformen der Frühgotik zu finden sind.
Wörschweiler war das Hauskloster der Grafen von Saarwerden, in dem diese bevorzugt ihre letzte Ruhestätte wählten. Erhalten sind zahlreiche Grabplatten der Grafen, die teils vor Ort aufgestellt wurden, teils in der Walburgiskapelle des nahen Schloss Gutenbrunn, teils im Römermuseum Schwarzenacker verwahrt werden.
Von dem ehemaligen Kloster geblieben sind malerische Ruinen und verborgene geschichtsträchtige Winkel, ein malerisches Wanderziel.

Weblinks

Saarpfalz-Kreis
Wikipedia