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Leopold Joseph Emmel

Aus Saarland-Lexikon

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Inhaltsverzeichnis

Herkunft und Ausbildung

Leopold Joseph Emmel war der erste SPD-Funktionär an der Saar. Im Jahr 1863 wurde er in Hentern im Kreis Saarburg geboren. Sein Vater war preußischer Forstbeamter. Er selbst lernte Bauschlosser in Trier, arbeitete als Maschinist in Wilhelmshaven und ging anschließend auf die Walz.

Erste Arbeiten als SPD-Funktionär

In Zürich, dem damaligen Emigrantenzentrum der in Deutschland verbotenen SPD, bekam er Kontakt mit Sozialdemokraten und wurde 1887 Mitglied der SPD. Zwei Jahre später schickte ihn die Partei nach Frankfurt, um dort den illegalen Parteiapparat neu zu organisieren. In dieser Zeit gab es an der Saar nur ein versprengtes Häuflein von Anhängern der SPD. Es waren fast ausschließlich Metallarbeiter und Handwerksgesellen aus der heutigen Kernstadt von Saarbrücken.

Kontakte zur Bergarbeiterbewegung

Die Bergarbeiterbewegung an der Saar entwickelte sich seit ihrem Beginn im Sommer 1989 vollkommen unabhängig von der SPD. Als der führende Sozialdemokrat Wilhelm Liebknecht später einmal seinen Besuch im Bildstocker Rechtsschutzsaal ankündigte, reimten die Saarbergleute:


Lieber Knecht

in Bildstock geht’s Dir schlecht.


Der Rechtschutzverein war stark katholisch geprägt und stand treu zum Kaiser. Trotz aller Mühen von Leopold Joseph Emmel, der im Auftrag der Parteileitung seinen Wohnsitz an die Saar verlegte. Am 1. Januar 1892 zog er nach St. Johann und leitete die neu gegründete sozialdemokratische Wochenzeitung „Bote von der Saar“.

Als der Zerfallsprozess des Rechtsschutzvereins Ende des gleichen Jahres begann, konnte die SPD vorerst nicht davon profitieren. Zu stark dominierten noch Kirche und Thron das Bewusstsein der Saarbergleute. Doch Emmel resümierte: „Semper aliquid haeret, etwas bleibt immer hängen! Ein wenig ‚rote’ Aufklärung ist im Gefolge dieser Bewegung doch unter die unwissenden Klassen dieses schwarzen Tales gedrungen.“

Der weitere Lebensweg

Im Jahr 1894 heiratete Emmel in Saargemünd und machte dort ein Tabaklädchen auf. Ende des 19. Jahrhunderts finden wir ihn im südlichen Elsass, das zum Deutschen Reich gehörte. Von 1907 bis 1918 vertrat er seinen Wahlkreis im deutschen Reichstag. Er starb 1919.

Literatur

Leopold Joseph Emmel existiert als literarische Figur in dem Theaterstück „Eckstein ist Trumpf“ von Gerhard Bungert und Klaus-Michael Mallmann. Das Volksstück über die Anfänge der Gewerkschaften an der Saar wurde am 23. April 1977 im Saarländischen Landestheater uraufgeführt. Ein Jahr zuvor hatte es den 2. Preis beim Autorenwettbewerb der Stadt Saarbrücken erzielt. Die Buchfassung erschien im September 1979, u.a. mit einer Kurzbiografie von Leopold Joseph Emmel.

Links

siehe dazu die Kurzbiografien von Nikolaus Warken (Vorsitzender des Rechtsschutzvereins), Ewald Hilger (Sprachrohr der Preussischen Bergbauverwaltung) und Georg Friedrich Dasbach (Presse-Zar der Katholischen Kirche).

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