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Maltiz vom Köllertal

Aus Saarland-Lexikon

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Graf Wilhelm Heinrich von Nassau-Saarbrücken hatte einen Jäger namens Maltitz in seinen Diensten. Eines schönen Tages im Herbst befahl der Jäger einigen Bauern aus dem schönen Köllertale, ihm bei einer Jagd, die am nächsten Sonntag stattfinden solle, als Treiber zu Diensten zu sein. Die Bauern hätten sich vor Sonnenaufgang einzufinden und ihre Arbeit ordentlich zu verrichten. Wenn sie dies nicht täten, so drohte der Jägersmann, würden sie im Verliese landen oder gar öffentlich ausgepeitscht werden. So fügten sich die braven Bauern aus dem Köllertale – zu groß war die Angst vor der harten Strafe.

Am nächsten Sonntag war es soweit: Die Jagd begann. Maltitz selbst legte sich mit seiner Büchse am Heidenhübel auf die Lauer. Die Bauern sollten ihm das Wild zu treiben, auf dass er es erlege. Schnell trieben ihm die Bauern einen mächtigen Eber vor die Flinte, als vom Tale die Glocken der Martinskirche die braven Bauern zum Gottesdienst riefen. Die gottesfürchtigen Treiber ließen Frondienst Frondienst sein und schickten sich an, zur Kirche zu eilen. Doch Maltitz drohte ihnen erneut mit den härtesten Strafen, und die Bauern fügten sich. Den alten Michel, der den Jägersmann an Gottes Strafgericht erinnerte, schlug der jähzornige Maltitz mit dem Saufänger nieder.

Von einer Sekunde zur anderen verdunkelte sich plötzlich der Himmel, Blitze schlugen in der Nähe des brutalen Jägers ein. Vor Schreck blies dieser in sein Horn. Maltitz war so in sein Spiel vertieft, dass er gar nicht mitbekam, als ein mannshoher Eber aus dem Walde ausbrach, auf ihn zuraste, den verdutzten Jägersmann unterlief und ihn – rücklings auf dem Rücken des Ebers sitzend – mit sich in den Wald riss. Die Bauern sahen noch, wie Maltitz abspringen wollte. Doch vergebens, er war wie mit eisernen Ketten an den Rücken des wilden Ebers geschmiedet. Der gewalttätige Jäger bekam seine Strafe: Er ward nie mehr in unserem wunderschönen Köllertale gesehen.

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