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Nunkirchen

Aus Saarland-Lexikon

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Nunkirchen mit Hochwald im Hintergrund
Nunkirchen mit Hochwald im Hintergrund

Nunkirchen ist der größte Stadtteil der Stadt Wadern im Landkreis Merzig-Wadern und liegt am Fuß des Schwarzwälder Hochwalds an der Bundesstraße 268 ziemlich genau zwischen Trier und Saarbrücken im moselfränkischen Sprachraum.

Inhaltsverzeichnis

Name und Geschichte

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Nunkirchen 1147 durch den Trierer Erzbischof Albero. Der Ort war aber nachweislich schon früher besiedelt. Funde aus der Bronzezeit (1935), aber auch die Lage an einer Römerstraße, die durch mehrere Ausgrabungen belegt wurde, zeigen dies.
Die Schreibweise des Namens Nunkirchen variierte im Laufe der Jahrhunderte öfter. Die latinisierte Form "Nunkircha" wich "Nunkirke" (1235) und "Neunkirchen" (1551 und 1724), um zeitweilig auch "Brums-Nunkirchen" bzw. Brims-Nunkirchen", in Anlehnung an den nahen Fluss Prims, Platz zu machen. Ob die "neue Kirche" oder eine so genannte "Hunkirche", was so viel bedeutet wie Mittelpunkt einer germanischen Hundertschaft, als Namenspatron fungierten, lässt sich heute nicht mehr mit Sicherheit sagen.
Der Dreißigjährige Krieg setzt dem Ort schwer zu. Wird 1618 noch von 25 Feuerstellen berichtet, ist es 1648 nur noch eine. 1794 zählt das Dorf allerdings wieder 275 Einwohner, eine Zahl die bis 1843 auf 919 gesteigert wird.
Nach dem 1. Weltkrieg bekommt der Ort 1919 eine Grenzfunktion. Während das östlich gelegene Dörfchen Auschet zum Saargebiet unter Völkerbund-Verwaltung gehört, verbleibt Nunkirchen ebenso wie das südlich gelegene Nachbardorf Michelbach beim Deutschen Reich. Nach dem 2. Weltkrieg wird Nunkirchen dem Saarland zugeteilt.
Mit der Gebietsreform am 1. Januar 1974 hört die selbstständige Gemeinde Nunkirchen auf zu existieren. Gehörte sie bis dahin zum Amt Weiskirchen, so wird der Ort Nunkirchen 1974 ein Teil der Gemeinde Wadern.

Industriegeschichte

Nunkirchen hat eine lange Tradition in der Verhüttung von Eisen. Von 1724 bis Mitte 1820 war eine Eisenschmelze im Ort in Betrieb, die weit über die Region hinaus bekannt war. Fast zeitgleich wurde im heutigen Ortsteil Münchweiler ein Eisenwerk gegründet, das von1725 bis 1868 betrieben wurde.
Bis 1970 war in Nunkirchen eine Edelsteingrube, die der Lapis-Förderung diente. Der Nunkircher Jaspis, der von den Einheimischen vereinfacht auch als Achat bezeichnet wird, gilt als Halbedelstein. Er kann dauerhaft gefärbt werden und war ab 1860 weltweit als blauer Schmuckstein begehrt. Als Mitte des 20. Jahrhundert neue Färbetechniken für Gesteine entdeckt wurden, wurde die Förderung des Jaspis in Nunkirchen unrentabel.

Sehenswertes

Das Schmuckstück von Nunkirchen ist die Pfarrkirche Herz Jesu. Die unter Denkmalschutz stehende dreischiffige Hallenkirche wurde am 26. April 1896 konsekriert und im Jahr 2005 komplett im Inneren renoviert. Die Pfarrkirche gilt als einer der wenigen Kirchen im Saarland, deren Innenausstattung weitgehend den ursprünglichen Charakter der Erbauung erhalten konnte.
Nur zwei Kilometer entfernt von Nunkirchen findet sich das Schloss Münchweiler. 1752 fertig gestellt, erstrahlt das einzige noch weitgehend erhaltene Barockschloss im Saarland heute fast gänzlich wieder in altem Glanz. Es beherbergt im neu aufgebauten Wirtschaftsgebäude ein Hotel, in einem Flügel des historischen Gebäudes ein Café. Die Gebäude befinden sich heute im Besitz der Nachfahren des Erbauers.
Um das Schloss herum findet sich heute der idyllisch gelegene Nunkircher Ortsteil Münchweiler. Der Name "Münchweiler" geht auf ein im 13. Jahrhundert erwähntes befestigtes Hofgut zurück. Ein verbliebener Landanteil und das Barockschloss sind in Familienbesitz. Der Ort selbst wurde 1932 durch den Aufbau von Siedlerhöfen gegründet.

Wirtschaft und Infrastruktur

Nunkirchen zeichnet sich durch seine besondere Lage an zwei wichtigen Straßenknotenpunkten aus, an der Bundesstraße zwischen Trier und Saarbrücken zum einen, zum anderen an den Landstraßen nach Weiskirchen und Wadern. Die hohe Verkehrsbelastung, die sich aus der Knotenpunktsituation ergibt, hat andererseits eine Infrastruktur zur Folge, die viele andere Ort in ländlichen Regionen vermissen lassen.
Nunkirchen verfügt über Ärzte, Schulen, Banken, einen Supermarkt, einen Getränke- und Veranstaltungsservice, Tankstellen, Autohändler, einen Markt für landwirtschaftliche Bedürfnisse, mehrere Restaurants und Imbisstände. Nunkirchen verfügt ferner über ein großes Gewerbegebiet.

Sport

Nunkirchen verfügt neben einem Sport-Hartplatz mit Laufbahn und zwei Bouleplätzen auch über eine Tennisanlage mit fünf Plätzen, die sich durch ihre besondere Lage, mitten im Wald, auszeichnet. Von herausragender Bedeutung für den Ort ist der Golfpark Weiherhof mit einer 18-Loch-Golfanlage.

Weblinks

Wikipedia
Stadt Wadern, Stadtteil Nunkirchen