Salatsosse

Aus Saarland-Lexikon
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Inhaltsverzeichnis

Die Bedeutung der Gärten

Das Saarland hat noch heute - im Verhältnis zur Bevölkerungszahl - die meisten Eigenheime in Deutschland. Die Ursachen dafür liegen im 19. Jahrhundert, in der bäuerlichen Herkunft vieler Bergleute und in der Förderung des Arbeiterwohnungsbaus durch die Saargruben. Von daher lag es für die meisten nahe, sich hinter dem Haus ein Gärtchen anzulegen. Man schonte das Budget für Lebensmittel und man arbeitete im Freien, was gerade für Bergleute, die oft unter Atemwegserkrankungen litten, sehr wichtig war. Oft waren (und sind) die Gärten auch ein Schmuckstück, mit dem man öffentlich mit den Nachbarn konkurrieren kann. Und man kann sich dort auch mit ihnen treffen, zum Beispiel bei Schwenker und Bier.


Der Salat ist grün

Im Saarland ist das so: Bei grünem Salat braucht man keinen Zusatz. Es genügt das Wörtchen "Salat", und jeder weiss, dass es sich um grünen Salat handelt. Bei allen anderen Salaten genügt das nicht - bei Karotten-, Tomaten- und Kartoffelnsalat, die ebenfalls im Saarland (aber nicht nur hier) sehr beliebt sind.


Die klassische Salatsosse

Heute kennt man da viele Möglichkeiten, aber vor Jahrzehnten waren die Salatsossen an der Saar ziemlich "uniform". Das lag wohl daran, dass viele junge Saarländerinnnen Kochschulen der Saargruben besucht hatten und das Gelernte weitergaben. Deshalb besteht die klassische saarländische Salatsosse aus folgenden 10 Bestandteilen:


- Kleingehackte Zwiebeln und Knoblauch

- Pfeffer und Salz

- Essig und Öl

- Maggi

- Muskat

- Scharfer Senf

- etwas Dosenmilch (als Sahneersatz)


Diese "Gewürzmischung" wird auch auf andere Gerichte übertragen. Bei Frikadellen etwa lässt man die Flüssigkeiten weg (Essig und Öl, Dosenmilch). Alles andere lässt man und fügt noch hinzu:


- eingeweichtes Brötchen (macht locker)

- Ei (macht wieder fest)


Der Salat ist eine Beilage

Salat ist im Saarland keine Vorspeise, sondern eine Beilage. Er kommt entweder direkt auf den Teller oder auf einen etwas kleineren Teller daneben. Salat als eigenes Gericht, wie man ihn etwa im benachbarten Lothringen und im Elsass kennt, gibt es im Saarland erst seit ein paar Jahrzehnten, zum Beispiel den Frisée mit magerem Spreck, hartgekochten Eiern und gerösteten Brotwürfeln.