Schmier

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Inhaltsverzeichnis

Das Wort

"Schmier" ist nichts anderes als die Substantivierung von "schmieren". Ein Verb, das sich vielfältig verwenden lässt. Man kann den Motor schmieren, den Bundestagsabgeordneten und das Brot. Und da sind wir bereits bei dem Hauptwort: die Schmier. Damit bezeichnet man das - mit was auch immer - belegte Brot, aber manchmal auch einen Brotaufstrich, etwa die Harzschmier oder die Sießschmier. Wobei es noch eine interessante Redewendung gibt: Man kann einem Menschen "e Schmier mache", sprich: ihn loben und damit sein Ego kitzeln. Früher reichte dazu wohl ein Butterbrot. Heute muss man schon schwerere Geschütze auffahren.

Zurück zu angenehmeren Dingen, zum Kulinarischen: Im Hochdeutschen spricht man von einem Brot. Aber damit kann auch der Laib gemeint sein. Die saarländischen Mundarten sind da schon differenzierten. Wir kennen - wie im Hochdeutschen - das Brot als Laib, aber die Scheibe wird, nachdem sie bestrichen (= geschmiert) ist - zur Schmier.

Die Butterschmier

Die saarländischen Klassiker sind das Mischbrot, das Kornbrot und das Weißbrot. Man schneidet sie fingerdick auf der Maschine. Und darauf kommt, damit es eine richtige Schmier wird, zuerst einmal "guddi Budder". Es stellt sich die Frage, was man unter "schlechter Butter" verstehen soll. Den Ausdruck gibt es nicht, aber jedem ist klar: Das kann nur das Ersatzprodukt "Magriene" (= Magarine) sein (Eine sprachliche Kuriosität: Im Saarland wird das Wort "Magriene" auch gebraucht für den zukunftsorientierten Kurzsatz "Wir bekommen ihn").

Flächendeckende Maßnahmen

Auf das Brot kommt der Brotbelag, zum Beispiel Wurstscheiben. Diese müssen

  • die Butter total abdecken
  • dürfen nicht allzu weit über das Butterbrot hinauslappen

Beliebteste Vegetationsdekorationen: Essiggurken, Tomaten, Paprikastreifen und Petersilie (hochdeutsch für Peterling). Weitere beliebtes Deko-Produkte sind auch Scheiben von hartgekochten Eiern.

Doppeldecker

Bei äaußerhäusigen Ambitionen (Arbeit, Schule, Klassenfahrt, Volkswanderung, Golfrunde u.ä.) gibt einen Doppeldecker. Man macht ein Schmier (siehe oben!), und darauf kommt eine gleich große Scheibe Brot, die nur mit Butter geschmiert ist. Dann hält alles schön zusammen. Das Ganze in Pergamentpapier oder Folie eingewickelt - und mitnehmen.

Verzehrgewohnheiten

Für die normale Schmier gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Man teilt sie mit dem Messer und ißt sie mit den Händen. Bei Sießschmier (= Marmelade) ist das obligatorisch. Essen mit Messer und Gabel sind tabu.
  • Bei nicht süßen Belägen (Wurst, Käse, Fisch), darf und soll man auch jene Essgewohnheiten anwenden, die wir vom Wiener Schnitzel her kennen.

Den Doppeldecker isst man ausschließlich mit den Händen. Allerdings sollte man darauf achten, dass er im Vorfeld bereits zweigeteilt wurde. Wenn das nicht der Fall war, dann bitte Serviette benutzen.