Sonstige französische Spracheinflüsse
Aus Saarland-Lexikon
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Aussprache
"Der Monn mit der long Stong" hat französische Wurzeln. Er steht auf dem Marktplatz in Dudweiler, existierte aber bereits vor der Errichtung des Denkmals im Sprachschatz vieler Menschen. Dreimal wird das hochdeutsche "A" durch ein "O" ersetzt - eine ´"alt-saarländische" Ausspracheweise, die wahrscheinlich auf den Einfluß der Hugenotten zurückgeht. Man findet sie bisweilen noch im Warndt, in Teilen Völklingens, in Altenkessel und in Dudweiler. Die Umwandlung des "A" in ein "O" ersetzt wohl den französischen Nasal, der ja ansonsten im Saarländischen nicht gebräuchlich ist.
Das Altsaarländische kennt eine Vielzahl französischer Begriffe, die allerdings - was die Aussprache betrifft - immer eingedeutscht wurden. Und die Betonung verlagerte sich auf die erste Silbe.
Siehe: Französisch geprägte Substantive.
Der "falsche" Artikel
Butter, Wurst und Schokolade sind in der deutschen Hochsprache weiblich. Nicht so in den saarländischen Mundarten. Da gibt es eine Geschlechtsumwandlung hin zum Männlichen: Der Butter, der Worschd und der Schoklaad. Das kommt vom Französischen, wo alle drei Genussmittel männlich sind.
Das "falsche" Hilfsverb
Bezieht sich eins dieser Adjektive auf ein Personalpronomen, dann wird es im Saarländischen nicht mit dem Hilfverb "sein" verbunden, sondern mit "haben": Ich hann kalt, ähs hat "heiss". Das kommt eindeutig aus dem Französischen: J´ai froid et elle a chaude.
Präposition "of"
Of de Grub
Im Saarland hat man einen großzügigeren Umgang mit dem Wörtchen "auf". Man macht es so wie die Franzosen, zu denen ja bekanntlich unsere benachbarten lothringischen Freunden gehören. Dort fährt man auch "of" Metz, und diese Stadt liegt "sur" la Moselle, also: an der Mosel. Im Saarland arbeitete der Opa nicht etwa "bei" der Röchling´chen Hütte. Er war "of de Hitt". Besonders kurios: Selbst wenn man mehrere hundert Meter unter der Erde arbeitet(e), in einem Bergwerk, dann war (und ist) man "of de Grub".
