Sankt Ingbert
Aus Saarland-Lexikon
| St. Ingbert | |
|---|---|
| Oberbürgermeister | Georg Jung |
| Kontakt |
Tel.: 06894-130 |
| Stadtteile |
St. Ingbert (Mitte) |
Die Mittelstadt St. Ingbert ist mit ihren rund 38.800 Einwohnern die fünftgrößte saarländische Stadt und liegt in den Ausläufern des Pfälzerwaldes. 888 wurde sie erstmals urkundlich erwähnt, seit 1829 hat sie Stadtrechte.
Im 18. Jahrhundert begann in St. Ingbert langsam die industrielle Entwicklung, die zu einem florierenden Eisenwerk, der "Schmelz", führte. Mitte des 20. Jahrhunderts endete mit der Stilllegung der "Schmelz" die Eisen- und Kohlezeit in St. Ingbert.
Nach dem wirtschaftlichen Niedergang der traditionellen St. Ingberter Industrie im Bereich Glas, Kohle und Stahl sind es heute vor allem Unternehmen aus dem High-Tech-Bereich und Dienstleistungssektor, die Arbeitsplätze anbieten.
In der Amtszeit von Oberbürgermeister Dr. Winfried Brandenburg (1984-2004) entstand in der Stadt eine gesunde Mischung aus unterschiedlichen Wirtschaftsunternehmen, die heute das Rückgrat der St. Ingberter Wirtschaft bilden.
Sehenswert in St. Ingbert ist die Alte Schmelz, das ehemalige denkmalgeschützte Eisenwerk, in der mittlerweile viele Veranstaltungen stattfinden, das Besucherbergwerk Rischbachstollen, der Buntsandsteinfelsen Stiefel im Stadtteil Rentrisch und der Teufelstisch - ein Stein, welcher der Sage nach eine Opferstätte war.
Im August findet jedes Jahr das Openair-Festival 'Holzstock' statt. Außerdem wird seit über 20 Jahren in der Woche der Kleinkunst, einem der wichtigsten Kleinkunst-Festivals im deutschsprachigen Raum, die "St. Ingberter Pfanne" verliehen. St. Ingbert wird auch als die "heimliche Kulturhauptstadt" des Saarlandes bezeichnet. Über 350 Vereine und zahlreiche neue Projekte (Internationales Jazz-Festival, Edle Steine, Lausbuben- und Gören-Fest usw.) prägen das kulturelle Gesicht der Stadt.
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte der Stadt
Die Anfänge
St. Ingbert wurde erstmals am 28. Juni 888 n. Chr. urkundlich als "Lendelfingen" erwähnt. Allerdings zeugen archäologische Funde davon, dass bereits vor dieser Zeit Menschen hier gewohnt haben. Am Oberthaler Berg bei Oberwürzbach und auf dem Stiefel wurden Steinklingen, Pfeilspitzen, Mahlsteine und Steinbeile gefunden, die aus der Mittleren Steinzeit stammen. Möglicherweise haben die ersten Siedler die Eichertsfelsen und Schindtaler Felsen in Oberwürzbach als Behausung benutzt.
Der Ortsname
Der Name der Stadt geht auf den Heiligen Ingobertus zurück. Dieser soll um 580 auf dem heutigen Stadtgebiet als Einsiedler gewirkt haben.
Nach dem Wegzug Ingoberts benannte man vermutlich eine Kapelle nach dem Heiligen.
Der heutige Ortsname
wird als „St. Ingebrehtum“ erst 1180 urkundlich erwähnt.
Politik - Wahlen
Wahlergebnisse Stadtrat
| Wahl 2009 | Wahl 2004 | |||
| Partei | Anteil | Sitze | Anteil | Sitze |
| CDU | 35,3 % | 17 | 45,1 % | 21 |
| SPD | 22,2 % | 10 | 27,1 % | 13 |
| Grüne | 7,5 % | 3 | 7,6 % | 3 |
| FDP | 7,4 % | 3 | 4,9 % | 0 |
| Die Linke | 9,3 % | 4 | – | – |
| Familie | 13,3 % | 6 | 9,5 % | 5 |
| FWG St. Ingbert | 5,1 % | 2 | – | – |
| Wahlbeteiligung | 54,8 % | – | 49,5 % | – |
Verkehr und Infrastruktur
Individualverkehr
St. Ingbert liegt direkt an der Bundesautobahn A 6 zwischen Paris und Mannheim mit den Anschlussstellen Rohrbach, St. Ingbert-Mitte und St. Ingbert-West/Flughafen . Durch das Stadtgebiet von Rentrich bis Rohrbach führt die Bundesstraße B 40.
Über Landstraßen:
- L 126: von Autobahnanschlußstelle St. Ingbert-West/Flughafen in Richtung Neuweiler, Sulzbach, Quierschied
- L 108: von Autobahnanschlußstelle St. Ingbert-West/Flughafen in Richtung Flughafen Saarbrücken-Ensheim
- L 111: von St. Ingbert-Mitte und Hassel über Niederwürzbach, Lautzkirchen und Bierbach nach Wörschweiler und Schwarzenacker (Anschluss an die B 423)
- L 244: von St. Ingbert-Mitte Richtung Schnappach, Sulzbach
- L 112: von St. Ingbert-Mitte Richtung Elversberg, Neunkirchen
- L 243: von St. Ingbert-Mitte Richtung Spiesen, Neunkirchen
Flughafenanbindung
Etwa 10 km Kilometer entfernt befindet sich der Flughafen Saarbrücken-Ensheim, und etwa 30 km entfernt der Flughafen Zweibrücken.
Eisenbahn
In den Stadtteilen liegen vier Bahnhöfe. An der Kursbuchstrecke 670 Saarbrücken - Kaiserslautern - Mannheim: Rentrisch, St. Ingbert, Rohrbach und an der Kursbuchstrecke 674 (Saarbrücken - Landau): Hassel. Auf allen Bahnhöfen halten Regionalbahnen.
Öffentlicher Nahverkehr
Den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) versorgt die Saar-Pfalz-Bus GmbH. Seit September 2003 werden von dieser in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung eigene Stadtbuslinien unter dem Begriff "Ingo-Bus" betrieben.
Krankenhäuser
Kreiskrankenhaus St. Ingbert gGmbH
Haus Elstersteinpark
Wohnen in St. Ingbert
Mit seiner Umgebung und all seinen Angeboten gehört St. Ingbert zu den bevorzugten Wohnstädten im Saarland. Saarbrücken, Homburg, Neunkirchen und die Universität des Saarlandes sind schnell und bequem zu erreichen. Dabei leben die St. Ingberter im Grünen. Mehr als die Hälfte des Stadtgebietes besteht aus Wald. Dazwischen schöne Seen in einer hügeligen Landschaft, Wander- und Vereinshütten und alle Freizeiteinrichtungen, die eine liebenswerte Stadt ausmachen. Schließlich bietet die Innenstadt als Einkaufs- und Erlebnisbereich alles, was angenehmes Wohnen an Infrastruktur braucht. Die fünf Stadtteile bieten Wohnbereiche für jeden Geschmack und Geldbeutel. Junge Familien sind in St. Ingbert genau so zu Hause wie ältere Menschen. Für Besucher stehen ein gutes Hotelangebot, Privatzimmer und Ferienwohnungen zur Verfügung.
Eindrücke aus St. Ingbert
Söhne und Töchter der Stadt St. Ingbert
- Jupp Derwall (* 10. März 1927 in Würselen; † 26. Juni 2007 in St. Ingbert) war Fußballbundestrainer 1978 – 1984.
- Hanno Haag (* 21. Februar 1939 in St. Ingbert; † 6. Mai 2005 in Ludwigshafen) war ein deutscher Musiker und Komponist.
- Albrecht Herold (* 20. August 1929 in St. Ingbert) ist ein deutscher Politiker (SPD). Er war von 1965 bis 1994 Präsident des Landtags des Saarlandes.
- Oskar Holweck (* 19. November 1924 in St. Ingbert † 30. Januar 2007 in St. Ingbert) war ein deutscher *Bildender Künstler und Kunstpädagoge.
- Volker Carl Jacoby (*5.12.1948 in St. Ingbert) Kabarettist, Lyriker, Sänger, Liedermacher, Rezitator, Hörspielsprecher, Cartoonist.
- Siegmund Nimsgern (* 14.01 1940 in St. Wendel), lebt in St. Ingbert und ist ein international bekannter deutscher Opern- und Konzertsänger.
- Fred Oberhauser (* 15. Juli 1923 in Blieskastel) ist Literaturkritiker, Herausgeber von literarischen Führern und Rundfunkjournalist.
- Christian Rach (* 6. Juni 1957 in St. Ingbert ist ein deutscher Sternekoch, Buchautor, "Rach der Restauranttester" bei RTL.
- Bernd Schneider (* 20. Juli 1964 in St. Ingbert), deutscher Automobil-Rennfahrer.
- Werner Schramm (* 18. August 1933 in St. Ingbert; † 1. September 2004), Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche der Pfalz (1988 bis 1998).
- Heinz Vollmar (* 26. April 1936; † 12. Oktober 1987 ), war deutscher Fußballspieler sowohl in der Saarländischen wie auch in der Deutschen Fußballnationalmannschaft.
- Walther Weis (* 11. September 1890 in St. Ingbert; † 9. Januar 1968 in St. Ingbert) war ein saarpfälzischer Maler des Expressiven Realismus.
- Albert Weisgerber (* 21. April 1878 in St. Ingbert; † 10. Mai 1915 gefallen in Frankreich war ein deutscher Maler und Grafiker.
- Christina Weiss (* 24. Dezember 1953), Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien von 2001 bis 2005.
- Erna Woll (* 23. März 1917 in St. Ingbert; † 7. April 2005 in Augsburg) war eine Komponistin und Kirchenmusikerin.
- Karl August Woll (* 10. Februar 1834 in St. Ingbert; † 17. April 1893 in Straßburg) war ein Dichter.
Ehrenbürger der Stadt St. Ingbert
- Friedrich von Rudolph (* 4. Mai 1860 in Speyer; † ?), Bergmeister
- Heinrich Kraemer (* 3. August 1829 in St. Ingbert; † 15. Februar 1912 in St. Ingbert), Hüttenwerksbesitzer
- Pater Cyprian Fröhlich (* 20. März 1853 in Eggolsheim; † 6. Februar 1931 in München), Geistlicher, Pater des Kapuzinerordens
- Otto Brauner, (Pfarrer)
- Karl Becker (* 3. September 1853; † 1938), Brauereibesitzer
- Peter Eckhard (* 19. Dezember 1886 in Quirnheim; † 29. Dezember 1971 auf Maria Rosenberg), Dekan, Geistlicher Rat und Päpstlicher Hausprälat
- Prof. Dr. Wolfgang Krämer (* 16. Juli 1885 in St. Ingbert Schnappach; † 31. Oktober 1972 in Gauting bei München), Historiker
- Adolf Rickert (Rechtsanwalt)
- Sr. Maria Spiridion (* 23. Oktober 1871 als Maria Keller in Pfronten; † 15. Oktober 1965), Krankenschwester
- Karl Uhl (* 30. November 1886; † 15. Dezember 1966), Heimatdichter
- Georg Bleif, (Bürgermeister)
- Franz Josef Kohl-Weigand, Kunstsammler
- Gustav Lauer (* 15. Mai 1889; † 29. Mai 1964), Geistlicher Rat (Pfarrer)
- Peter Josef Oberhauser (* 13. August 1899 in Rohrbach; † ?), Geistlicher (Pfarrer)
- Elisabeth Koelle-Karmann (* 1. Mai 1890 in St. Ingbert; † 1. Juni 1974 in Altomünster), Malerin und Gattin des Bildhauers Fritz Koelle.
Bürgermeister
Bis zum Jahr 1956 (Georg Bleif) waren die Bürgermeister ehrenamtlich tätig. Seitdem sind die Bürgermeister hauptamtlich tätig.
Bürgermeister der Stadt St. Ingbert seit 1945:
- Dr. Norbert Schier (1945)
- Dr. Gelzleicher (1946)
- Karl Forster, CVP (1946–1948)
- Georg Bleif, CVP (1948–1956)
- Dr. Anton Saur, CVP (1956–1960)
- Dr. Bernhard Kokott, CDU (1961–1971)
- Dr. Werner Hellenthal, CDU (1971–1973)
Oberbürgermeister der Mittelstadt St. Ingbert
- Dr. Werner Hellenthal, CDU (1974–1984)
- Dr. Winfried Brandenburg, SPD (1984–2004)
- Georg Jung, CDU (seit 2004)
Städtepartnerschaften
St. Ingbert unterhält
seit 1981 eine Städtepartnerschaft mit der französischen Stadt Saint-Herblain,
seit 1988 dem sächsischen Radebeul, die noch zu DDR-Zeiten entstanden war,
sowie zu Rhodt unter Rietburg seit 1959 eine offizielle "Weinpatenschaft".
Gemeinsam mit der französischen Partnerstadt Saint-Herblain existiert ein Kooperationsabkommen mit der senegalesischen Landgemeinde N'Diaganiao.
Weblinks
Bilder aus der Stadt St. Ingbert
Werbung der Saarbrücker Zeitung:
SOL-Fotos aus St. Ingbert
